Häufig gestellte Fragen

Bei welchen Anzeichen, die auf eine Erkrankung an altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) hinweisen können, ist der Augenarztbesuch unbedingt notwendig?

Grundsätzlich sollte sich jeder regelmäßig von einem Augenarzt die Augen untersuchen und testen lassen. Ab dem 40. Lebensjahr sollte jeder alle ein bis zwei Jahre zum Augenarzt gehen. Ab dem 50. Lebensjahr sollte jeder zur eigenen Sicherheit mindestens jährlich eine Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt vornehmen lassen. Das Problem bei der AMD ist, dass Betroffene anfänglich keine Symptome bemerken. Erst wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist, empfinden Betroffene ihr zentrales Sichtfeld als eingeschränkt, das heißt, sie bemerken Veränderungen: Gerade Linien erscheinen plötzlich krumm oder gebogen, Gesichter verschwimmen und werden unscharf, Buchstaben verschwinden, Farben werden schwächer und in der Mitte des Blickfeldes taucht ein dunkler Fleck auf, der immer mehr Platz einnimmt. Deshalb ist es wichtig, bereits vor den ersten Anzeichen die Erkrankung am Auge zu diagnostizieren. Das ist auch für die Behandlung von Bedeutung, da heutige Therapien auf den Erhalt des aktuellen Zustandes basieren – je weiter fortgeschritten, desto weniger Sehvermögen kann also gerettet werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei der trockenen altersabhängigen Makuladegeneration?

Die Behandlungsmöglichkeiten für die trockene AMD sind sehr begrenzt. Eine Kombination hoch dosierter Vitamine (Vitamin C, Vitamin E, Betacarotin) und Mineralstoffe (Zink, Kupfer) zeigten laut einer in den USA durchgeführten Studie, dass das Fortschreiten der trockenen AMD bei manchen Patienten verzögert werden konnte. Zurückzuführen ist dieses Resultat sehr wahrscheinlich auf die antioxidativen Eigenschaften dieser Vitamine, die zum Schutz unserer Körperzellen beitragen. Die notwendigen Vitaminmengen sind sehr hoch, so dass sie allein über die Nahrung kaum aufgenommen werden können. Die Einnahme entsprechender Nahrungsergänzungsmittel sollte unbedingt vorher mit dem Augenarzt geklärt werden, da insbesondere für Raucher gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen auftreten können.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration?

Bei der feuchten AMD wachsen neue, krankhafte Blutgefäße in den Bereich der Makula – Bereich des schärfsten Sehens – aus denen Flüssigkeit austritt, welche sich unter der Netzhaut sammelt. Diese Prozesse zu unterbinden, ist das Ziel der derzeit gebräuchlichsten Therapieansätze. Sowohl mittels der Laserphotokoagulation als auch bei der Photodynamischen Therapie werden die Blutgefäße verödet bzw. zerstört. Neu ist die Behandlung mit Medikamenten, die den Teil des Wachstumsfaktors VEGF hemmen, der für die Neubildung der krankhaften Blutgefäße verantwortlich ist. Das erste zugelassene Medikament dieser Art ist Macugen (Wirkstoff Pegaptanib). Mit Macugen ist es erstmals möglich, die Neubildung von Blutgefäßen in der Netzhaut zu unterbinden. Auf diese Weise kann das weitere Fortschreiten des Sehverlusts begrenzt und das noch vorhandene Sehvermögen erhalten oder sogar verbessert werden. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Sehrvermögen sich wieder verbessert.

Bin ich nach der Behandlung mit Pegaptanib geheilt?

Der Wirkstoff Pegaptanib setzt nicht direkt an den entarteten Blutgefäßen an, sondern eine Stufe eher. Der Wirkstoff hemmt den Wachstumsfaktor VEGF, der für das Wachstum von Blutgefäßen, auch den krankhaften, minderwertigen Blutgefäßen im Auge zuständig ist. Durch die Hemmung dieses Wachstumsfaktors ist somit auch die Entstehung neuer kranker Gefäße gestoppt. Das heißt, der Krankheitsverlauf wird aufgehalten. Der aktuelle Sehstatus kann erhalten werden. In mehreren Fällen bemerkten Betroffene nach der Behandlung mit Pegaptanib eine Verbesserung ihres Sehvermögens.

Wie findet man heraus, ob es sich bei der Makuladegeneration um die trockene oder feuchte Form handelt?

Das kann allein der Augenarzt durch die modernen Diagnosemöglichkeiten in der Augenarztpraxis erkennen. Ausschlaggebend ist die Art der krankhaften Veränderung im Auge. Bei der trockenen AMD nimmt die Zahl der Ablagerungen, so genannte Drusen, unter der Netzhaut zu, einhergehend mit einer Pigmentveränderung in der Makula. Beides führt zum Absterben der Photorezeptorzellen und somit langfristig zur Vernarbung der Netzhaut und zu verschlechtertem Sehen. Die feuchte AMD ist durch das Wachsen entarteter, neuer Blutgefäße gekennzeichnet. Aus diesen kann Flüssigkeit oder Blut austreten. Dies führt zur irreparablen gravierenden Reduktion des Sehvermögens.

Wie verläuft die Behandlung mit dem neuen Medikament?

Damit Macugen seine Wirkung voll entfalten kann, muss das Medikament direkt in das Auge, genauer in den Glaskörper injiziert werden. Auch wenn dies zunächst befremdlich klingt, handelt es sich um einen weitestgehend schmerzlosen Eingriff, der ambulant vorgenommen werden kann.

Wie oft und wie lange dauert die Behandlung mit der neuen Therapie?

Um die volle Wirksamkeit von Macugen zu gewährleisten muss die Injektion alle sechs Wochen wiederholt werden. Studien belegen, dass die Behandlung über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr erfolgen sollte. Regelmäßige Nachkontrollen durch den Augenarzt sollten nach dessen Empfehlungen eingehalten werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten? Birgt die Behandlung mit Macugen irgendwelche Risiken?

Die Therapie mit Macugen wird in der Regel sehr gut vertragen. Die Nicht-Beachtung der besonderen Bedingungen während der Behandlung können Komplikationen im Auge hervorrufen. Die Behandlung muss unter Reinraumbedingungen, das heißt, im sterilen OP-Raum, durchgeführt werden. Der behandelnde Augenarzt muss alle Anforderungen an ein steriles Arbeitsumfeld einhalten, damit keine Keime ins Auge gelangen können. Nicht geeignet ist Macugen daher für Patienten, bei denen eine Augeninfektion bereits bekannt ist oder auch nur der Verdacht darauf besteht.

Wird die neue Therapie von den Krankenkassen erstattet?

Die Kosten für das Medikament Macugen werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig erstattet. Die Behandlungskosten werden derzeit noch als Igel-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung) abgerechnet. Eine Injektion kostet etwa 300 Euro.