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Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)
September 2006

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache von Altersblindheit in der westlichen Welt – aber dennoch nahezu unbekannt

(dgk) Das Auge ist unser wichtigstes Sinnesorgan. Für viele Menschen ist die Erblindung oder der hochgradige Sehverlust einer der schlimmsten denkbaren Schicksalsschläge. Die Angst vor dem Verlust des Sehorgans ist real und trägt vor allem für ältere Menschen einen Namen: altersabhängige Makuladegeneration.

Im Idealfall arbeiten alle Teile des Auges perfekt zusammen und erlauben ein exzellentes Sehvermögen. Hornhaut und Linse brechen das Licht so, dass auf der Netzhaut ein scharfes Bild entsteht. Die Iris sorgt durch Weiten oder Engstellen der Pupille dafür, dass genau die exakte Lichtmenge ins Auge gelangt. In der Netzhaut befinden sich rund 130 Millionen Photorezeptoren (Zapfen und Stäbchen), die aus den einfallenden optischen Reizen jene Impulse über den Sehnerv in die Sehrinde des Gehirns weiterleiten, aus denen dieses dann ein Bild erstellt, das wir “wahrnehmen”.

Makula: Die ganze Welt auf wenigen Quadrat-Millimetern

Der wichtigste Teil der Netzhaut sind jene wenigen Quadratmillimeter in ihrer Mitte, in der die Photorezeptoren dichter gepackt liegen als anderswo. Hier, in der Makula, entsteht das “scharfe Bild”, ohne das Lesen, Fernsehen oder das Erkennen von Gesichtern nicht möglich wäre.

Wie viele andere Organe unterliegt auch das Auge Veränderungen durch das Alter. Die Makula leidet besonders stark unter Alterungsprozessen wie abnehmende Sauerstoffversorgung oder dem mangelnden Abtransport von Stoffwechselprodukten. Diese Ablagerungen von Stoffwechselschlacken, die so genannten Drusen, können für den Augenarzt bei der Untersuchung des Augenhintergrundes das erste sichtbare Zeichen für eine beginnende AMD darstellen. Nicht jeder Patient mit Drusen entwickelt auch das Vollbild einer AMD - ein Warnzeichen sind sie jedoch trotzdem und auch eine Mahnung zu regelmäßiger augenärztlichen Kontrolle. Die Möglichkeiten, mit modernen Therapien den Menschen zu helfen und einen schweren Sehverlust zu verhindern, sind umso besser, je früher die Krankheit erkannt und behandelt wird.

Trocken oder feucht?

Die AMD kann in zwei verschiedenen Formen auftreten: Bei der trockenen Form kann die Anzahl der Drusen zunehmen und schließlich zu einem Krankheitsbild führen, bei dem die Photorezeptorzellen in großer Zahl absterben. Die trockene Makuladegeneration schreitet in aller Regel langsam voran, der Bereich mit abgestorbenem Netzhautgewebe wird im Laufe von Jahren allmählich größer. Der Patient selbst bemerkt im Anfangsstadium zunächst kaum etwas von den Veränderungen. Die Farben können blasser als früher erscheinen, die Gewöhnung an eine dunklere Umgebung dauert länger als früher. Doch dann fällt das Lesen zunehmend schwerer, da genau die Buchstabenfolge, die man mit dem erkrankten Auge fixiert, verschwommen ist. In fortgeschrittenen Stadien ist das Zentrum des Gesichtsfeldes ausgelöscht und erscheint nurmehr als blasser oder dunkler Fleck, der mitwandert.

Wenn die Blutgefäße wild wuchern

Wesentlich schneller und dramatischer verläuft diese Entwicklung bei der feuchten AMD, bei der sich krankhafte Blutgefäße im Bereich der Makula bilden. Ein wichtiger, erst in jüngster Zeit identifizierter Auslöser dieser Gefäßneubildung ist der Wachstumsfaktor VEGF 165 (vascular endothelial growth factor). Die neuen Blutgefäße dringen in die Netzhaut ein, können sie teilweise oder auch ganz im Makulabereich abheben. Die Gefäße sind minderwertiger Natur und ihre Wände nicht dicht, so dass Flüssigkeit und Blut austreten können. Der Flüssigkeitsaustritt kann unter Umständen sehr akut zu einer gravierenden Verringerung des Sehvermögens führen.

Patienten hoffen auf neue Waffe gegen Altersblindheit

Menschen mit einer feuchten AMD sind in besonders hohem Maße gefährdet, ihre Sehschärfe zu verlieren. Die feuchte AMD ist zwar die seltenere Form der Erkrankung, aber die weitaus gefährlichere. Fast neunzig Prozent der AMD-bedingten schwerwiegenden Sehverluste gehen auf die “feuchte” Variante zurück. Gerade bei dieser gefährlicheren Form der AMD bietet sich allerdings seit kurzem neue Hoffnung für die Betroffenen. Im Mai dieses Jahres wurde eine schon in den USA zugelassene Therapie auch in Deutschland für die Behandlung der feuchten AMD eingeführt. Der Wirkstoff wird dabei direkt in das betroffene Auge gespritzt und hemmt dort den Wachstumsfaktor VEGF 165. Die Neubildung von Blutgefäßen wird so unterdrückt und das Fortschreiten der Krankheit kann gestoppt werden. Bei einigen Patienten kommt es sogar zu einer Verbesserung der Sehkraft. Der Erfolg der Therapie ist am größten, wenn frühzeitig mit der Behandlung begonnen wird.

Ansprechpartner beim Deutschen Grünen Kreuz e.V.:

Dr. Ingolf Dürr
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Tel.: 06421 / 293-174
Fax: 06421 / 293-774
E-Mail: ingolf.duerr@kilian.de

 

Altersabhängige Makuladegeneration – gefährlich, aber kaum bekannt

(dgk) Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die Haupt-ursache für Erblindungen und hochgradige Sehbehinderungen in den Industriestaaten. Doch nur 14 Prozent der Bundesbürger können mit dem Begriff „Makuladegeneration“ überhaupt etwas anfangen. Das ist das Ergebnis einer weltweiten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup, in die auch Deutschland einbezogen war. Das Risikobewusstsein ist dementsprechend gering ausgeprägt, regelmäßige Augenuntersuchungen lassen nur wenige vornehmen.

Die AMD ist eine degenerative Netzhauterkrankung, bei der das zentrale Sehvermögen zunehmend schwindet. Geschädigt wird vor allem die Makula, jene Stelle auf der Netzhaut, mit der wir am schärfsten sehen können. In der Makula sind die lichtempfindlichen Zellen (Photorezeptoren) am dichtesten gepackt. Je mehr diese Photorezeptoren absterben, umso schlechter sieht die betroffene Person. Alltägliche Verrichtungen wie Lesen oder Autofahren werden immer schwieriger. Erste Anzeichen können sein, wenn gerade Linien plötzlich gebogen aussehen, Buchstaben verschwinden oder in der Mitte des Blickfeldes ein verschwommener Fleck erscheint. Für gewöhnlich beginnt der Krankheitsprozess nur auf einem Auge. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings hoch, dass in einem späteren Stadium auch das zweite Auge betroffen ist.

Man unterscheidet bei der AMD zwei Formen. Mit ca. 85 Prozent ist die trockene AMD die weitaus häufigere Form. Sie schreitet nur sehr langsam fort und der Sehverlust ist meist begrenzt. Eingeschränkt sind aber leider auch die Behandlungsmöglichkeiten. Ob die Einnahme bestimmter Vitaminpräparate, die Lutein und Zeaxanthin enthalten, den Krankheitsverlauf verzögern oder gar stoppen kann, wird derzeit diskutiert.

Gefährlicher für das Augenlicht ist die feuchte Makuladegeneration, denn sie verläuft wesentlich rasanter. Bei der feuchten AMD tritt Flüssigkeit aus neu wuchernden Blutgefäßen in der Netzhaut aus, die Photorezeptoren sterben schneller ab, das zentrale Sehvermögen geht häufig vollständig verloren – und das innerhalb weniger Monate. Aktuell gibt es allerdings auch Hoffnung für Patienten mit feuchter AMD, das Fortschreiten ihrer Erkrankung aufzuhalten. Seit Mai 2006 steht betroffenen Patienten in Deutschland die neuartige Anti-VEGF-Therapie zur Verfügung. Bei dieser Behandlungsform wird der Wirkstoff in das Auge gespritzt und hemmt dort den Wachstumsfaktor VEGF165, der für das unkontrollierte Wachstum der Blutgefäße in der Netzhaut verantwortlich ist.

Erste Erfahrungen zeigen, dass der Erfolg der Anti-VEGF-Therapie dann am größten ist, wenn die Krankheit sich noch in einem frühen Stadium befindet. Es kommt also ganz entscheidend auf die Früherkennung an. Wer über 40 ist, sollte jährlich oder wenigstens alle zwei Jahre seine Augen vom Augenarzt prüfen lassen. Tatsächlich, so ergab die Gallup-Studie, kommen nur etwa die Hälfte der befragten Bundesbürger dieser Empfehlung nach, bei einem Viertel lag die letzte Augenuntersuchung mehr als ein Jahr zurück. 24 Prozent hatten ihren Augenarzt schon länger als zwei Jahre nicht mehr aufgesucht. Das bedeutet: 20 Millionen Deutsche vernachlässigen ihr Augenlicht sträflich. Ein Grund dafür ist sicherlich die Unkenntnis darüber, welche Gefahren den Augen vor allem mit zunehmendem Alter drohen können.

Weitere Informationen zur AMD gibt es im Internet unter www.feuchte-amd.de. Eine ausführliche Infobroschüre kann man gegen Einsendung eines mit 1,45 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlags anfordern beim:

Deutschen Grünen Kreuz e.V.
Stichwort: feuchte AMD
Postfach 1207
35002 Marburg

Neue Waffe gegen Altersblindheit

(dgk) Menschen, die an einer feuchten altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) leiden, können seit kurzem neue Hoffnung schöpfen. Mit der so genannten Anti-VEGF-Therapie steht seit Mai 2006 nun auch den deutschen Augenärzten ein völlig neues Behandlungsverfahren zur Verfügung, um die feuchte AMD und damit die häufigste Ursache von Altersblindheit besser zu beherrschen.

Etwa zwei Millionen Bundesbürger über 50 Jahre sind von einer AMD betroffen. Bei den meisten Betroffenen handelt es sich um die trockene Form der AMD, die nur sehr langsam das zentrale Sehvermögen verschlechtert. Doch bei ca. 10 bis 15 Prozent der Patienten schreitet der Sehverlust sehr schnell und aggressiv voran. Bei dieser feuchten Form der AMD wuchern im Bereich der Makula neue Blutgefäße. Die Makula ist genau jene Stelle der Netzhaut, mit der wir am schärfsten sehen können. Flüssigkeit und Blut können aus diesen Gefäßen austreten und die Struktur der Makula zerstören.

Mit der neuen Anti-VEGF-Therapie kann die Wucherung der Blutgefäße in der Makula gestoppt werden. Der Wirkstoff muss in das Auge injiziert werden, damit er direkt dort ansetzen kann, wo er gebraucht wird. Diese Behandlung muss im Abstand von jeweils sechs Wochen wiederholt werden, bis das Wachstum der Blutgefäße endgültig zum Stillstand gebracht ist. Die ersten Erfahrungen aus Studien zeigen, dass sich mit dieser Therapie der Sehverlust erfolgreich verlangsamen oder teilweise sogar eine Verbesserung der Sehkraft erzielt werden kann. Der Erfolg der Behandlung ist dann am größten, wenn sie in einem möglichst frühen Stadium der Erkrankung begonnen wird.

Mit dieser neuen Therapie wächst somit auch die Bedeutung der Früherkennung der AMD. Spätestens ab dem 40. Lebensjahr sollte man seine Augen regelmäßig im Abstand von ein bis zwei Jahren vom Augenarzt prüfen lassen. Erste Warnzeichen einer AMD können sein, wenn gerade Linien plötzlich gebogen aussehen, Buchstaben verschwinden oder in der Mitte des Blickfeldes ein verschwommener Fleck erscheint. In der Makula sind die lichtempfindlichen Zellen (Photorezeptoren) am dichtesten gepackt. Je mehr dieser Zellen absterben, umso schlechter sieht die betroffene Person. Im fortgeschrittenen Stadium werden Lesen, Autofahren oder das Erkennen von Gesichtern immer schwieriger bis unmöglich. Für die Erkrankten ist dies ein großer Schock, sie werden zwar im eigentlichen Sinne nicht blind, sind aber doch in ihrem täglichen Leben sehr eingeschränkt und zunehmend auf fremde Hilfe angewiesen.

Rauchen kann blind machen

(dgk) Eine neue europäische Studie hat jetzt einen engen Zusammenhang zwischen dem Tabakkonsum und dem Erblindungsrisiko aufgedeckt. An der „European Eye Study“ beteiligten sich etwa 5.000 Patienten mit Augenerkrankungen. Bei 27 Prozent dieser Patienten wurde das Rauchen als entscheidende Ursache für den Verlust der Sehkraft identifiziert.

Nach Angaben der Forscher verdoppelt Rauchen zum Beispiel das Risiko für die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), die Erkrankung, die europaweit am häufigsten für schwere Sehbehinderungen und Erblindungen im Alter verantwortlich ist. Bereits zwei Millionen Bundesbürger über 50 Jahren leider unter einer AMD. Das Risiko, an einer AMD zu erkranken wächst mit dem Alter. Sind unter den 70-Jährigen erst 18 Prozent betroffen, so steigt der Anteil der AMD-Patienten bei den über 80-Jährigen auf annähernd 50 Prozent. Am Altern kann man wenig ändern, das Rauchen wäre somit der wichtigste Risikofaktor, auf den man durch sein eigenes Verhalten Einfluss nehmen kann.

Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse fordern nun Patientenorganisationen und Ärzte einen Warnhinweis „Rauchen macht blind“ auf Tabakwaren. In Australien hat die Regierung bereits eine solche landesweite Aufklärungskampagne zu den vermeidbaren Risiken für die AMD gestartet. Dort ist es dadurch zumindest gelungen, die Bevölkerung über die AMD und vermeidbare Risikofaktoren besser zu informieren.

In Deutschland können mit dem Begriff Makuladegeneration lediglich 14 Prozent der Menschen etwas anfangen, das zeigte eine Umfrage des internationalen Meinungsforschungsinstituts Gallup. Dass Rauchen eine erhebliche Gefahr darstellt, wussten selbst viele Betroffene nicht. Weitgehend unbekannt sind auch die wichtigsten Warnzeichen wie verschwommenes Sehen, krumme Linien oder ein grauer Fleck im Zentrum des Blickfelds.

Das ist umso tragischer, weil es seit kurzem mit einer neuartigen Anti-VEGF-Therapie eine verbesserte Behandlungschance speziell für die extrem aggressiv verlaufende feuchte Form der AMD gibt. Der Wirkstoff wird dazu direkt in das Auge gespritzt und kann das Fortschreiten der Erkrankung stoppen oder bei einem Teil der Patienten sogar die Sehkraft wieder verbessern. Am größten ist der Therapie-Erfolg, wenn damit schon im Frühstadium der Krankheit begonnen wird. Das Bewusstein für die Früherkennung von Augenkrankheiten müsste also auch in Deutschland wachsen.

Eine positive Nachricht für Noch-Raucher haben die Wissenschaftler aber noch: Wer mit dem Rauchen aufhört, bei dem verringert sich nach zehn Jahren das Erblindungsrisiko wieder. Nach 20 Jahren ohne Glimmstängel liegt es wieder so hoch wie bei Nichtrauchern.

 

Gittertest warnt vor Altersblindheit

(dgk) Mit einem einfachen Test kann man prüfen, ob in der Netzhaut der Augen Veränderungen vor sich gehen, die später zur Erblindung oder zu schweren Seheinschränkungen durch eine so genannte altersabhängige Makuladegeneration (AMD) führen können. Die AMD ist mit rund zwei Millionen Betroffenen die häufigste Ursache für Altersblindheit in Deutschland.

Bei der langsam verlaufenden trockenen Form der AMD lagern sich Abfallprodukte des Stoffwechsels unter der Netzhaut ab, die als Drusen bezeichnet werden. Bei der aggressiveren und rascher voranschreitenden feuchten AMD wuchern zusätzlich noch krankhafte Blutgefäße in die Netzhaut. Die Blutgefäße sind oft durchlässig, sodass Blut und Flüssigkeit in die Netzhaut austreten kann. Bemerkbar macht sich dies als verschwommenes Sehen, Farben können verblassen oder gerade Linien plötzlich krumm erscheinen. Oft bildet sich in der Mitte des Blickfelds ein grauer Fleck. Ist nur ein Auge betroffen, fallen solche Veränderungen oft lange Zeit nicht auf, weil das noch gesunde Auge die Ausfälle ausgleicht.

Mit dem Amsler-Gitter-Test (siehe Abbildung) kann aber jeder frühzeitig selbst prüfen, ob sein Sehvermögen noch in Ordnung ist. Man betrachtet den Test aus einem Abstand von 30 bis 40 Zentimetern. Mit der Hand deckt man ein Auge ab, mit dem anderen Auge fixiert man den Punkt in der Mitte des Gitters. Dann wiederholt man das ganze mit dem anderen Auge. Sollten die Linien verzerrt, verschwommen oder gewellt erscheinen, kann dies ein Hinweis auf eine Netzhauterkrankung sein.

Die Früherkennung der AMD gewinnt in letzter Zeit an Bedeutung, da es neue und wirkungsvollere Therapien speziell für die feuchte AMD gibt. So haben Studien mit einer neuartigen Anti-VEGF-Therapie gezeigt, dass der Wirkstoff die Wucherung neuer Blutgefäße in der Netzhaut dann am erfolgreichsten unterdrückt, wenn er schon im Anfangsstadium der Erkrankung eingesetzt wird.

Der Amsler-Gitter-Test, den man zu Hause durchführen kann, ist ein einfacher Selbsttest zur Früherkennung von Netzhauterkrankungen. Dieser Test ersetzt jedoch auf keinen Fall die regelmäßige, augenärztliche Untersuchung.

Neue Info-Hotline zu Altersblindheit

Früherkennung der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) gewinnt durch neue Behandlungschancen an Bedeutung

(dgk) Wenn in Deutschland Menschen in höherem Alter schwere Einbußen ihres Sehvermögens hinnehmen müssen, ist meist die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) die Ursache. Mehr als zwei Millionen Bundesbürger leiden an einer der Unterformen der AMD. Am gefährlichsten für das Sehvermögen ist vor allem die feuchte AMD, da sie das Augenlicht aggressiv und rasch zerstört. Die AMD schränkt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein, Gesichter werden nicht mehr erkannt, Lesen wird fast unmöglich.

Informationen und Rat zur feuchten AMD können Betroffene und Interessierte jetzt über ein neues Info-Telefon erhalten, mit dem das Deutsche Grüne Kreuz e. V. und die Initiative Auge e. V. ihre Aufklärungsarbeit zu chronischen Augenerkrankungen erweitern.

Die AMD-Hotline ist montags bis freitags zwischen 8 und 20 Uhr unter der Nummer 01802 / 4270 00 .zu erreichen (6 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz).

 

Altersblindheit früh erkennen

Neue Internetseite informiert über die feuchte altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

(dgk) Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist hierzulande die häufigste Ursache für schwere Sehbehinderungen im Alter. Unter www.feuchte-amd.de bietet das Deutsche Grüne Kreuz eine neue Internetseite an, auf der AMD-Patienten und Interessierte sich über das Krankheitsbild, frühe Warnzeichen und Risikofaktoren, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten informieren können. Über eine Postleitzahlensuche ist es möglich, in der eigenen Region Augenärzte zu finden, die über spezielle Kenntnisse zur AMD verfügen.

Die AMD schränkt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein, Gesichter werden nicht mehr erkannt, Lesen wird fast unmöglich. AMD-Patienten sind mehr und mehr auf fremde Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung ihrer alltäglichen Aufgaben angewiesen. Im Vergleich zu anderen Augenerkrankungen spielte die Früherkennung der AMD bislang eine eher untergeordnete Rolle. Der Grund: Die Möglichkeiten einer wirksamen Therapie waren sehr begrenzt. Seit kurzem stehen aber auch den deutschen Augenärzten neue Behandlungsmethoden zur Verfügung. Mit der Entwicklung spezifischer so genannter VEGF-Inhibitoren ist eine neue Ära in der Therapie der feuchten AMD angebrochen. VEGF-Inhibitoren unterdrücken die krankhafte Wucherung von Blutgefäßen in der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut. Der erste Vertreter dieser neuen Wirkstoffklasse ist nun auch in Deutschland zugelassen. Umfangreiche Studien belegen nicht nur, dass das Fortschreiten der Erkrankung durch die neue Therapie verzögert werden kann. Sie zeigen auch, dass der Erfolg der Behandlung dann am größten ist, wenn die AMD sich noch in einem möglichst frühen Stadium befindet. Es kann sich also lohnen, sich rechtzeitig zu informieren.

 

Hintergrund-Informationen zur altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)

Das Auge: Aufbau und Funktion

Dichter bezeichnen die Augen als Spiegel der Seele. Für Mediziner sind sie die komplexesten Sinnesorgane des Menschen. Der Augapfel hat einen Durchmesser von rund 24 Millimeter und wiegt etwa 7,5 Gramm. Gut geschützt sitzt das kugelförmige Organ in der Augenhöhle (Orbita), eingebettet in einer Mischung aus Fett und Bindegewebe. Von außen ist das Auge von der Lederhaut umschlossen, die nach vorne hin in die transparente Hornhaut übergeht. Sechs Muskeln bewegen es nach oben, unten, rechts oder links, sie lassen die Augäpfel im Uhrzeigersinn rollen oder auch mal dagegen. Der Sehnerv und die Nerven der Augenmuskeln sind die "Drähte" zum Gehirn. Die Farbe des Auges wird durch die Regenbogenhaut, im Volksmund auch Iris genannt, bestimmt. Die Netzhaut (Retina) ist die innerste Schicht der Augapfelschale. Sie enthält zwei Arten von Sehzellen: Stäbchen und Zapfen, die Lichtreize in Nervenimpulse umwandeln. Stäbchenzellen ermöglichen das Schwarz-Weiß-Sehen in der Dunkelheit, Zapfen bewerkstelligen das Farbensehen bei Tageslicht und Dämmerung. Die höchste Konzentration von Zapfen befindet sich im so genannten gelben Fleck (Makula), der Netzhautregion des schärfsten Sehens.

Die Lider, die Brauen und die Wimpern bilden den optimalen Schutz für das komplexe Sehorgan, denn sie halten erfolgreich Staub und Schweiß von den empfindlichen Augen fern. Der Lidreflex schützt die Iris zusätzlich vor Fremdkörpern aus der Luft und verteilt gleichzeitig die Tränenflüssigkeit, die durch die innen liegenden Tränen- und Talgdrüsen produziert wird.

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Die altersabhängige Makuladegeneration ist die Hauptursache für starke Sehbehinderung und Blindheit bei älteren Menschen in den Industrieländern. Bereits heute sind mehr als 20 Millionen Menschen in den westlichen Industrieländern von dieser Augenerkrankung betroffen – Tendenz steigend mit der steigenden Lebenserwartung der Menschen.

Die Makula ist die Stelle auf der Netzhaut, mit der der Mensch am schärfsten sehen kann. Ihr Durchmesser beträgt allerdings nur drei bis vier Millimeter. Die Makula-Region besteht aus Millionen Sehzellen (Zapfen). Diese Sehzellen sind für das Farbensehen zuständig. In der restlichen Netzhaut herrschen die Stäbchen vor. Sie liefern uns zwar nur unscharfe Schwarzweißbilder, funktionieren aber auch bei schwachem Licht. Alle Erkrankungen der Netzhaut sind schmerzfrei, weil die Netzhaut keine Schmerzfasern besitzt. Dadurch gibt es für mögliche Erkrankungen an der Netzhaut keine Warnsignale, weshalb eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt sehr wichtig ist.

Trockene AMD

85 Prozent der Menschen mit altersabhängiger Makuladegeneration leiden an der trockenen Form. Sie schreitet sehr langsam fort und das Sehen kann lange nur gering beeinträchtigt sein. In einem sehr schleichenden Prozess entwickelt sich die trockene AMD bis hin zu schwerwiegenden Einbußen des Sehvermögens. Oft verkümmert die Netzhaut und immer mehr lichtempfindliche Zellen in der Netzhautmitte gehen zugrunde. Je näher die Stelle des schärfsten Sehens betroffen ist, desto größer sind die Einschränkungen für den Patienten. Für Patienten mit einer trockenen altersabhängigen Makuladegeneration gibt es bisher nur sehr begrenzte Behandlungsmöglichkeiten. Das Sehen kann aber durch vergrößernde Sehhilfen (z.B. beleuchtete Leselupe, ein Bildschirmlesegerät oder Bücher in Großdruck) unterstützt werden.

Feuchte AMD

Die größere Gefahr für das Augenlicht geht von der feuchten AMD aus, denn sie verläuft wesentlich rasanter und aggressiver als die trockene Form. 15 Prozent der an der altersabhängigen Makuladegeneration erkrankten Patienten sind von der feuchten Form betroffen. Sie ist allerdings auch für über 90 Prozent der schweren Sehbehinderungen verantwortlich.

Bei der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration kommt es zum Wachstum krankhaft veränderter Blutgefäße im Bereich der Makula. Aus diesen abnormalen Gefäßen treten Blut und Flüssigkeit aus, die in das umliegende Netzhautgewebe eindringen und die Sehzellen dort massiv beschädigen.

Begünstigt wird das unkontrollierte Wachstum der krankhaft veränderten Blutgefäße durch den Vaskulären Endothelialen Wachstumsfaktor VEGF 165, ein körpereigenes Eiweißmolekül, welches unter anderem von den Zellen des Pigmentepithels im Auge gebildet wird und bei der Entstehung der feuchten AMD eine große Rolle spielt.

Symptome

Frühe Warnzeichen für die Erkrankung an einer altersabhängigen Makuladegeneration kön-nen sein, wenn Probleme beim Lesen auftreten oder die Anpassung von hell nach dunkel länger braucht als gewohnt. Im weiter fortgeschrittenen Stadium können gerade Linien krumm erscheinen, Gesichter verschwimmen oder unscharf werden, Buchstaben verschwinden, Farben schwächer werden und in der Mitte des Blickfeldes ein dunkler Fleck auftauchen, der langsam aber stetig immer mehr Raum einnimmt. Die altersabhängige Makuladegeneration tritt meist zunächst nur an einem Auge auf. Bei etwa der Hälfte der Patienten entwickelt sich jedoch innerhalb von fünf Jahren auch eine Makuladegeneration am anderen Auge. In Deutschland leiden ein bis zwei Millionen Menschen an einer Form der Makuladegeneration.

Diagnose

Der Augenarzt untersucht mit Hilfe einer Lichtquelle und einem Augenspiegel oder einer Lupe den Hintergrund des Sehorgans. Eine auffällige Veränderung an der Netzhaut oder der Makula kann der Facharzt auch schon bei einer Routineuntersuchung erkennen.

Eine der ersten Untersuchungen bei einem Verdacht auf eine Erkrankung der Netzhaut ist der Test mit dem Amsler-Gitter. Zur genaueren Untersuchung, welche Therapie bei der feuchten Makuladegeneration angewendet werden soll, wird eine Farbstoff-Untersuchung (Fluoreszenzangiographie) durchgeführt. Dabei wird in die Armvene ein fluoreszierender Farbstoff gespritzt und mit einer Kamera dessen Verteilung in den Netzhautgefäßen beobachtet. Wodurch neue oder undichte Blutgefäße sichtbar gemacht werden. Somit kann der Augenarzt die Ausdehnung der Netzhautschäden und das Ausmaß der Erkrankung besser beurteilen.

Ursachen

Der größte Risikofaktor ist das Alter: Da die Makula die meisten Sehzellen enthält, fallen hier besonders viele Stoffwechsel-Abbauprodukte des Sehprozesses an. Diese Abbauprodukte gelten als eine der Ursachen der altersabhängigen Makuladegeneration. Die Wahrscheinlichkeit, an der AMD zu erkranken, steigt ab dem 50. Lebensjahr drastisch. Im Alter zwischen 70 und 74 Jahren leiden ungefähr 18 Prozent der Menschen an dieser Augenkrankheit, in der Altersgruppe der 85-Jährigen liegt die Zahl schon bei 47 Prozent. Auch andere Faktoren, wie Bluthochdruck oder eine familiäre Veranlagung spielen eine Rolle. Vor allem das Rauchen ist als Auslöser für die AMD bekannt. Auch wer sich oft und ungeschützt der direkten Sonne aussetzt, gefährdet seine Augen. UV-Licht schadet dem Auge nachhaltig.

Prävention

Eine gesunde Ernährung schützt nachweislich vor AMD. Die in Obst und Gemüse enthaltenden Pigmentstoffe wirken sich positiv auf die zentrale Netzhaut auf und verringern so die Anfälligkeit für eine AMD-Erkrankung. Da Rauchen ein sehr hoher Risikofaktor ist, sollte jeder Raucher dieses Laster aufgeben. Auch vor zu hoher Sonneneinstrahlung sollte man sich in jedem Fall ausreichend schützen. Beim Kauf einer Sonnenbrille sollte unbedingt auf die Qualität des Produktes geachtet werden, da nur die Brillen mit dem „CE“-Prüfzeichen wirklich effektiv gegen die Sonnenstrahlen schützen. Um eine schnelle und wirksame Behandlung zu erhalten, ist eine jährliche Prophylaxe-Untersuchung beim Augenarzt unbedingt erforderlich, denn nur bei einer frühzeitigen Diagnose kann eine erfolgreiche Behandlung folgen. Natürlich berät der Augenarzt auch in allen anderen Präventionsfragen und stellt einen individuellen Vorsorge-Plan auf.

Behandlungsmöglichkeiten

 

Trockene AMD

Bei der Diagnose „Trockene AMD“ sind die Behandlungsmöglichkeiten sehr begrenzt. Außer einer hoch dosierten Vitamin-Therapie, wozu in den USA auch bereits Studien erschienen sind, gibt es keinerlei Möglichkeiten, diese Form der Makuladegeneration zu therapieren.

Feuchte AMD

Bei der feuchten und auch aggressiveren Form der AMD gibt es mittlerweile äußerst Erfolgs versprechende Behandlungsmöglichkeiten. Oberstes Ziel jeder Therapie ist es, die neuen krankhaften Blutgefäße im Bereich der Makula und die Ansammlung von Flüssigkeit aus diesen Blutgefäßen zu unterbinden.

Laserphotokoagulation

Bei der Laserphotokoagulation werden Stellen, an denen sich krankhafte Blutgefäße gebildet haben, mit Hilfe eines Laserstrahls verödet. Dies ist aber nur möglich, wenn sich die Gefäße nicht direkt im Bereich der Makula befinden. Denn bei der Behandlung entstehen auch im intakten Gewebe Narben, die dem Sehen schaden.

Photodynamische Therapie

Bei der Photodynamischen Therapie, kurz PDT genannt, wird in die Armvene ein ungiftiger lichtsensibler Farbstoff gespritzt. Dieser reichert sich in den krankhaften Gefäßen an und wird anschließend mittels Laserlicht aktiviert. Dadurch werden die Gefäße gezielt verödet ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Der Neubildung von krankhaften Gefäßen beugt diese Behandlung jedoch nicht vor.

Anti-VEGF-Therapie

In den vergangenen Jahren konnten wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein Überangebot des Wachstumsfaktors VEGF 165 (Vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor) eine sehr wichtige Ursache für die Entstehung der feuchten AMD ist. Es handelt sich dabei um ein Eiweißmolekül, das auch in der Netzhaut produziert wird und dort eine Bildung neuer Blutgefäße fördert. Einen neuen und sehr Erfolg versprechenden Behandlungsweg verfolgt man daher nun mit Medikamenten, durch die dieser Wachstumsfaktor ausgeschaltet werden kann.

Das erste zugelassene Medikament dieser Art hemmt gezielt den wichtigsten Wachstumsfaktor VEGF 165. Es unterbindet damit die krankhafte Neubildung von Blutgefäßen in der Netzhaut und kann das Fortschreiten des Sehverlustes unterbinden und bei einem Teil der Patienten zu einer Verbesserung der Sehkraft führen. Damit der Wirkstoff seine Wirkung entfalten kann, muss das Medikament direkt in das Auge injiziert werden. Es handelt sich dabei um einen schmerzfreien Eingriff, der ambulant unter Reinraumbedingungen vorgenommen werden kann. Um die volle Wirksamkeit zu gewährleisten, muss die Injektion alle sechs Wochen über einen längeren Zeitraum wiederholt werden und bedarf einer regelmäßigen Nachkontrolle durch den Augenarzt.

Fotos und Grafiken:

Die nachfolgenden Fotos können per E-Mail angefordert werden unter: roswitha.seim@kilian.de.

d-033-05-03_auge-querschnitt_rgb-klAbb. 1 Das Auge im Querschnitt. Quelle: DGK

d-033-05-07_amsler-gitter-test_rgb-klAbb. 2 Amsler-Gitter-Test. Quelle: DGK

d-033-05-08_amd-sicht_rgb-klAbb. 3 Amsler-Gitter-Sicht. Quelle: DGK

d-033-05-09_cDGK_injektion_in_den_glaskoerper_rgb_klAbb. 4 Injektion ins Auge. Quelle: eyeland-Design / DGK

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